Die Bundesliga ist nun endgültig auf der Zielgerade, wobei die wichtigsten Entscheidungen ja schon gefallen sind. Spannend wird es noch bei Freiburg gegen Schalke 04 im Kampf um Platz 4 und natürlich sind auch in Sachen Klassenerhalt bzw. Relegationsplatz 16 noch nicht alle “Messen gesungen”. Allerdings setzen wohl die wenigsten noch einen Pfifferling auf die TSG Hoffenheim, die in Dortmund nicht nur wegen der Vorgeschichten außerhalb des Platzes (Schall-Affäre, “Meinungsverschiedenheiten” zwischen BVB-Geschäftsführer Watzke und 1899-Mäzen Hopp) auf verlorenen Posten stehen werden.
Interessant ist auf jeden Fall, dass momentan die Teams auf Platz 15 bzw. 16 jeweils nur 30 Punkte auf dem Konto haben und somit das alte Gesetz, dass man 40 Punkte für den Nichtabstieg benötigt, “ad absurdum” führen. Doch diese 40-Punktemarke ist schon seit über 20 Jahren nicht mehr aktuell bzw. von Relevanz. Wie nämlich die linke Tabellenhälfte unserer Statistik zeigt (in bezug auf Platz 16) hätten seit 1992/93 die 40 Punkte immer gereicht, um nicht 16. zu werden (Nürnberg in der Saison 93/94 und Karlsruhe vier Jahre später erreichten immerhin 38 Zähler und stiegen damit als 16. ab)
Und wenn man Platz 15 als Bezugspunkt nimmt (rechte Tabellenhälfte), waren erst zweimal 40 Punkte “nötig”, um Platz 15 und somit den sicheren Klassenerhalt zu schaffen (96/97 und 02/03). Allerdings hätten in diesen beiden Spielzeiten auch (viel) weniger Punkte gereicht. So belegte 1996/97 Hansa Rostock mit eben diesen 40 Zähler den 15. Platz, wobei Fortuna Düsseldorf als damaliger 16. nur 33 Punkte erreichte (und 02/03 hätten auch 37 Punkte gereicht, da Arminia Bielefeld als 16. nur 36 Punkte holte). In diesem Zusammenhang ist noch anzumerken, dass es erst seit fünf Jahren wieder die Relegationsspiele zwischen dem 16. der Bundesliga und dem Tabellendritten der 2. Bundesliga gibt und davor lange Zeit drei Mannschaften direkt abstiegen.
Vereine und Punkte des jeweiligen Tabellen-16. und 15. am Saisonende seit 92/93 (alle Saisons umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel):
| Saison | Verein / Platz 16 | Punkte | Verein / Platz 15 | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1992/93 | VfL Bochum | 34 | Dynamo Dresden | 34 |
| 1993/94 | 1. FC Nürnberg | 38 | SC Freiburg | 38 |
| 1994/95 | VfL Bochum | 31 | Bayer Uerdingen | 32 |
| 1995/96 | 1. FC Kaiserslautern | 36 | FC St. Pauli | 38 |
| 1996/97 | Fortuna Düsseldorf | 33 | FC Hansa Rostock | 40 |
| 1997/98 | Karlsruher SC | 38 | Borussia M’gladbach | 38 |
| 1998/99 | 1. FC Nürnberg | 37 | Eintracht Frankfurt | 37 |
| 1999/00 | SSV Ulm 1846 | 35 | FC Hansa Rostock | 38 |
| 2000/01 | SpVgg Unterhaching | 35 | VfB Stuttgart | 38 |
| 2001/02 | SC Freiburg | 30 | 1. FC Nürnberg | 34 |
| 2002/03 | Arminia Bielefeld | 36 | Bayer Leverkusen | 40 |
| 2003/04 | Eintracht Frankfurt | 32 | 1. FC Kaiserslautern | 39 |
| 2004/05 | VfL Bochum | 35 | Borussia M’gladbach | 36 |
| 2005/06 | 1. FC Kaiserslautern | 33 | VfL Wolfsburg | 34 |
| 2006/07 | 1. FSV Mainz 05 | 34 | VfL Wolfsburg | 37 |
| 2007/08 | 1. FC Nürnberg | 31 | Arminia Bielefeld | 34 |
| 2008/09 | FC Energie Cottbus | 30 | Borussia M’gladbach | 31 |
| 2009/10 | 1. FC Nürnberg | 31 | Hannover 96 | 33 |
| 2010/11 | Borussia M’gladbach | 36 | VfL Wolfsburg | 38 |
| 2011/12 | Hertha BSC | 31 | Hamburger SV | 36 |
Stand: 15.05.2013

An der Tabellenspitze der Bundesliga sind nun fast alle Entscheidungen gefallen, die Bayern stehen ja schon seit Wochen als Meister fest, Borussia Dortmund belegt nach zwei Meisterschaften diesmal Platz 2 und den 3. Rang hat sich nun endgültig Bayer Leverkusen gesichert (auch wenn die Werkself theoretisch sogar noch einen Platz vorrücken könnte). Großen Anteil an der starken Bayer-Saison hat natürlich Stürmer Stefan Kießling, der sich seit Jahren sukzessive gesteigert hat und diese Spielzeit wohl seinen Leistungshöhepunkt erreicht hat. Ob das noch für die WM-Teilnahme 2014 reicht, steht dabei allerdings auf einen anderen Blatt. Vielleicht wird er für die (überflüssige) Amerika-Reise Ende Mai/Anfang Juni eingeladen, wobei man ja nicht jede Einladung annehmen muss…
Seit Dienstag steht es fest: die Dortmunder Borussia steht im Finale der Champions League und kann am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion den ganz großen Wurf landen. Mit dabei wird sicherlich auch Mitchell Langerak sein, allerdings wird der Er- satzkeeper wahrschein- lich auf der Bank Platz nehmen müssen. Ein Einsatz gegen Final- gegner Bayern München wäre allerdings auch keine schlechte Idee, denn der Australier ist der Dortmunder Sieggarant schlechthin! Bisher kam er zu 6 Bundesliga-Einsätzen (alle über 90 Minuten) und auch sechsmal ging die Borussia als Sieger vom Platz. Dazu kommen noch drei Einsätze im DFB-Pokal, u.a. als eingewechselter Torwart im letzten Finale gegen den FC Bayern, die ebenfalls alle siegreich waren!
Das Heimspiele für den eigenen Erfolg zumeist von Vorteil sind, haben nicht nur die beiden sensationellen Heimsiege in der Champions League vom FC Bayern und Dortmund gezeigt. Auch in der Bundesliga ist dies natürlich der Fall, auch wenn tendenziell in den letzten Jahren die Auswärtsmannschaften mehr Punkte holen als noch in 70er oder 80er Jahren. Das hat natürlich vielfältige Gründe (offensivere Spielweise auch der schwächeren Teams, besseres Scouting der Gegner, bessere bzw. ähnlichere Stadien usw.) und ist für die Bundesliga sicherlich eine positive Entwicklung.
Da die Meisterschaft längst entschieden ist und der FC Bayern weiterhin an seiner Rekordsaison bastelt, schauen wir diesmal an’s andere Tabellenende, denn auch dort bahnt sich “historisches” an. Dabei meinen wir nicht den fast feststehenden Abstieg von BL-Neuling Greuther Fürth, der sich ja schon frühzeitig in der Saison angekündigt hatte. Vielmehr können die Franken einen “all-time” Negativrekord aufstellen, womit Tasmania Berlin wenigstens in einer Rubrik nicht mehr als das “schlechteste BL-Team aller Zeiten” gilt!
Bevor wir zum eigentlichen Thema der aktuellen Statistik der Woche kommen, möchte die gesamte kickwelt-Redaktion natürlich erst einmal dem FC Bayern München zur 23. deutschen Meisterschaft gratulieren. Die Bayern und ihre Rekordsaison waren ja logischerweise schon oftmals Thema in unserer Rubrik und werden es spätestens zum Ende der Saison nochmals sein, wenn wir dann alle neuen BL-Rekorde noch einmal zusammenfassen werden. Auf jeden Fall hat das Team von Jupp Heynckes mit dem 1:0-Sieg in Frankfurt schon wieder zwei Bestwerte aufgestellt: Frühester Meister aller Zeiten (siehe auch unsere Statistik vor zwei Wochen) und auch 11 BL-Siege in Folge gab es in 50 Jahren Bundesliga noch nie, wobei diese fulminante Serie ja weiter ausgebaut werden kann (Samstag geht es gegen Nürnberg).
Natürlich hätten wir diesmal wieder die Rekord-Bayern zum Thema unserer “Statistik der Woche” machen können. Zwar hat es am letzten Spieltag trotz der historischen 9:2-Gala gegen den HSV (noch) nicht zur frühesten Meisterschaft aller Zeiten gereicht, doch mit einem Sieg am kommenden Samstag in Frankfurt wäre dies immer noch der Fall! Und zum anderen hat das Heynckes-Team mittlerweile 10 Partien in Folge gewonnen (wie M’gladbach 86/87 und Wolfsburg 08/09), 11 Siege in Folge hat in 50 Jahren Bundesliga noch keine Mannschaft geschafft!
Der Deutsche Meister feiert im Schnee die früheste Meisterschaft aller Zeiten! So oder ähnlich könnten die Schlagzeilen am letzten März-Wochenende lauten. Beides ist einzeln (Winter/Schnee bzw. Deutscher Meister) eigentlich schon ein Ding der Unmöglichkeit, doch 2013 ist sogar beides zusammen realistisch. Dass das winterliche Wetter in vielen Teilen Deutschlands auch über Ostern anhält, steht wohl (leider) fest und die früheste Meisterschaft aller Zeiten kann ebenfalls schon am Samstag Wirklichkeit werden.
Da reden Spieler, Trainer und weitere Beteiligte immmer davon, wie wichtig ein internationaler Startplatz für den Verein ist und was ist das Ergebnis: Kein Team außer “den großen Drei” FC Bayern, Dortmund und Leverkusen will nach Europa! So drastisch muss man es fast ausdrücken, denn seit Wochen schafft es keine Mannschaft ab Platz 4 auch nur annähernd konstant gute Leistungen zu bringen (mit Ausnahme des 1. FC Nürnberg). Und dabei geht es nicht nur um die vielleicht nicht ganz so attraktiven Europa-League-Plätze, nein, auch der wichtige Champions-League-Qualifikationsplatz ist im Angebot, wird aber wie “Sauerbier” von den Bundesligisten links liegen gelassen.
Manche Dinge dauern halt etwas länger bzw. Geduld zahlt sich aus. Das wird sich auch Bayern-Verteidiger Jerome Boateng gesagt haben, als er am vergangenen Spieltag in seinem 130. Bundesliga-Spiel endlich seinen ersten BL-Treffer bejubeln konnte. Und es war sogar noch das entscheidende Tor beim knappen 3:2-Sieg gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Das er danach dieses ungewohnte Glücksgefühl mit seiner Familie teilte bzw. diesen Treffer seiner Familie widmete, kann man da natürlich absolut nachvollziehen.